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FASTEN


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Frühjahrsputz für Körper und Seele

Eine Woche lang auf das Essen zu verzichten, nur Gemüsebrühe, Tee, Wasser und Obstsäfte zu trinken und trotzdem ungeahnte Kräfte, berauschende Glücks­gefühle zu erleben und nebenbei drei Kilo abzunehmen – was für ein verlockendes Angebot! Wer das Fasten aber nur auf diese Aspekte reduziert, hat nicht nur eine falsche Vorstellung davon, er spielt auch mit seiner Gesundheit.

In der Natur ist Fasten selbstverständlich. Tiere in freier Wildbahn fressen sich im Herbst einen dicken Winterspeck an, um dann im nahrungsarmen Winter von ihren Reserven leben zu können. Trotzdem leben sie mit voller Leistungsfähigkeit. So können Zugvögel Flüge bis zu 5.000 Kilometer ohne Nahrung bewältigen. Bei Krankheiten fasten Tiere so lange, bis sie wieder vollständig gesund sind. Auch die Menschen entwickelten schon früh die Fähigkeit, Nahrungs­depots anzulegen, um schlechte Zeiten zu überstehen. Sie erkannten aber auch zusätzlich eine positive Wirkung des Nahrungsverzichts. Jäger in Naturvölkern verfügten nach dem Fasten über mehr Energie und Ausdauer.

Heute gibt es viele Formen des Fastens. In der Regel gibt es einen festen Plan, welche Nahrungsmittel man zu sich nehmen darf und welche nicht. Alle Arten des Fastens sorgen dafür, dass der Körper seinen Stoffwechsel umstellt. So werden Fettreserven verbrannt, der ganze Körper entgiftet, Cholesterin und Zucker im Blut und auch Fett in den Gefäßen reduzieren sich. Auch Harnsäure oder eingelagerte Umweltgifte bauen sich ab. Mit dem Fastenbrechen stellt der Körper sich wieder von innerer auf äußere Ernährung um. Der Körper soll behutsam an die Nahrung gewöhnt werden und viele Fastende nutzen diese Umstellung, um ihre Ernährungs­gewohnheiten langfristig zu verändern.

Das Fasten ist allerdings nicht unumstritten. Einige Ernährungs­experten warnen, dass bei völligem Verzicht auf Nahrung der Körper in eine Stresssituation gerät und beispielsweise das Herz stark belastet werden kann. Auf jeden Fall sollte vor dem Fasten ein Arztbesuch stehen. Trotz der heilenden Wirkung sollte nicht jeder fasten. Kinder und Jugendliche sowie Schwangere oder stillende Frauen dürfen auf keinen Fall auf normale Ernährung verzichten, kranke Erwachsene nur unter ärztlicher Aufsicht.

Die innerliche Reinigung hat neben der medizinischen auch eine spirituelle Dimension. Das Ziel ist es, innerlich frei zu werden, zu einer bewussteren Wahrnehmung der Umwelt und sich selbst zu kommen. Fasten lenkt den Blick auf das Wesentliche. Der Alltag wird unter­brochen, der Fastende schafft eine Distanz zu seinem bis­herigen Leben und kann sich somit neu orientieren.

Für viele Menschen steht beim Thema Fasten nicht nur der Verzicht auf Nahrung im Vordergrund. Man kann diese Zeit ebensogut nutzen, um sich von Gewohntem (vorübergehend) zu trennen, etwas Neues anzufangen oder Dinge zu tun, für die man im Alltag wenig Zeit hat. Worauf der Einzelne verzichtet, bleibt ihm selbst überlassen.